Vorbereitung auf eine Multiple Choice-Prüfung

Dieser Beitrag beschreibt, wie man sich effizient auf eine Multiple Choice-Prüfung vorbereitet.

1. Mit alten Prüfungen lernen

Mit Hilfe von alten Prüfungen bekommt man ein Gefühl für die Art, wie Dozierende Fragen stellen. Bleiben sie eher allgemein in der Fragestellung oder gehen sehr genau ins Detail? Bevorzugt der oder die Professorin eher auswendig zu lernende Informationen oder stellt vernetzende Fragen zu mehreren Bereichen?

Oft werden alte Fragen auch wiederverwendet, sei es in der Originalform, als Negativformulierung (welche Antworten sind NICHT korrekt) oder mit anderen Elementen aus Listen (Punkte 2, 4 und 5 statt Punkte 1, 2 und 3). Achtung: Bei diesen Aufgaben ist es enorm wichtig, die Fragestellung genau zu lesen, um bei der Beantwortung keine Flüchtigkeitsfehler zu machen.

Schreib bei den falschen Antworten auch immer hin, weshalb sie falsch und was die korrekte Antworten sind. So hast du ohne viel Aufwand einen doppelten Lerneffekt und bis bei umformulierten Aufgaben vorbereitet.

Viele Fachvereine oder auch das Uniboard bieten Sammlungen von alten Prüfungen an. Psychologiestudierende finden beim FAPS (www.faps.ch) einen Link auf die OLAT-Gruppe.

2. Selbst Prüfungsfragen erstellen

Wenn keine alten Prüfungen zur Verfügung stehen, lohnt es sich, eine kleine Lerngruppe zu bilden und gemeinsam Prüfungsfragen zu formulieren. Ziel sollte dabei ein guter Mix aus einfachen, anspruchsvollen und schweren Fragen sein. Wer die Formulierungen professionell machen will, kann nach dem Namen „René Krebs“ googlen, er hat diverse gut verständliche Anleitungen dazu verfasst.

3. Schnelles Bearbeitung einüben

Zwischendurch sollten die alten Prüfungen in „Prüfungsechtzeit“ gelöst werden, um die zügige Beantwortung zu üben. Rechne dir dazu aus, wieviel Zeit dir für die Bearbeitung der Fragen zur Verfügung steht. Prüfe mit Hilfe einer Armbanduhr immer mal wieder, ob du in der Zeit liegst.  

Im Internet findet man oft den Rat, erst einmal alle Fragen sorgfältig durchzulesen und einfache Aufgaben sofort zu bearbeiten.  Mir persönlich ist das ein zu grosser Zeitverlust. Ich arbeite jeweils zügig durch und verwende ein Markiersystem. Ein Haken steht für „bin ich sicher, ist richtig“, eine Welle für „bin ich unsicher, nochmal ansehen wenn Zeit ist“, ein Fragezeichen für „keinen blassen Schimmer/sehr aufwändige Frage, löse ich am Schluss“.  Bin ich mit den Aufgaben durch, arbeite ich mich zurück an den Anfang und konzentriere mich nur noch auf Wellen und Fragezeichen.

Zum einfacheren Lesen von Aufgaben markiere ich auffällige Wörter wie „immer“, „nie“, „welche Antwort ist NICHT richtig“ mit Leuchtmarker, einkreisen oder unterstreichen.

4. Ich kann eine Multiple Choice-Aufgabe nicht lösen, Hilfe!

Meist sind zwei Antworten offensichtlich falsch und können schon mal im Ausschlussverfahren gestrichen werden. Bei den Verbliebenen kann man verschiedene Methoden anwenden:

  • Antworten mit „immer“ oder „nie“ sind meistens nicht korrekt, Sonderfälle solltest du deshalb gezielt lernen.
  • Auf die Grammatik des Fragesatzendes achten, die Antwort muss fallmässig dazu passen.
  • Abzählreim oder nach Gefühl. Wenn noch zwei Antworten übrig bleiben, besteht eine 50% Chance, die richtige Antwort zu erwischen ;-).

Zusatzmethoden aus einem lesenswerten Artikel von Vice:

  • Die längste Antwort ist meist die richtige. Bei falschen Antworten wird sich meistens keine grosse Mühe mit deren Ausformulierung gemacht.
  • Die Antworten „keine der angegebenen Antworten“ und „alle der angegebenen Antworten“ waren bei einer Auswertung von 100 MC-Test mit 2456 Fragen in 52 Prozent der Fälle korrekt.
  • Statistisch gesehen ist bei vier Antwortmöglichkeiten die zweite (B), und bei fünf Antwortmöglichkeiten die fünfte (E) mit der höchsten Wahrscheinlichkeit die korrekte Antwort.

Viel Erfolg bei der Prüfungsvorbereitung!

Nic


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