Praktikum: Was, wo, wie und wann?

Im Psychologiestudium an der UZH müssen im Master 12 Wochen Praktikum (entspricht 504 Stunden) absolviert werden. Auf der Website vom Institut finden sich die formalen Hinweise und FAQ. Von anderen Studierenden hört man ab dem dritten Semester immer wieder, man müsse sich bereits ein Jahr im Voraus um ein klinisches Praktikum bemühen. Dass PGK und IPS auch eine Praktikumsmöglichkeit sind, ist den wenigstens bekannt. Und über Aufgaben und Verdienst gibt es wilde Gerüchte.

Eine deutlich verunsicherte Studentin hat mir geschrieben und sich erkundigt, wann man sich denn nun idealerweise um einen Praktikumsplatz bemühen muss. Ich beschloss spontan, einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema zu schreiben. Es wird in diesem Beitrag einerseits um allgemeine Informationen zu Praktika für alle Schwerpunkte gehen. Andererseits werden folgende Praktika etwas näher vorgestellt.

  • Klinische Praktika in psychiatrischen Kliniken mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Affektive Störungen, Essstörungen, Psychose-Stationen, Kinderkliniken, Akut-Stationen etc.
  • Forschungspraktika am psychologischen Institut
  • Psychologische Grundkompetenzen (PGK; Pflichtveranstaltung an zwei Samstagen im 3. Semester)
  • Interaktives Proseminar (IPS; Pflichtveranstaltung an jedem Freitag im 1. Semester)

Weil HAE der meistbesuchte Schwerpunkt ist, habe ich zwei Kolleginnen ausführlich zu ihren Erfahrungen mit klinischen Praktika befragt. Ausserdem stelle ich das PGK und die Forschungspraktika vor, da ich diese selbst absolviert habe. Vom IPS habe ich über Kolleginnen gehört und stell es als weitere Praktikumsmöglichkeit am psychologischen Institut und im Vergleich zum PGK vor.

Erst einmal: Dankeschön!

Ganz herzlich möchte ich mich an dieser Stelle bei meinen zwei Kolleginnen bedanken, die mir ausführlich von ihren Praktika erzähle haben und mir auch einige wertvolle Tipps für euch mitgaben. Herzlichen Dank auch der Psychologiestudentin, die auf meine Anfrage in Facebook geantwortet hat.

Vergiss die Uni-Bürokratie nicht

Das ist der wichtigste Punkt: Vergiss nicht, deine Praktika-Anträge rechtzeitig (mindestens 1 Monate vor Praktikumsantritt) einzureichen. Für institutsinterne Praktika wie PGK, IPS und Forschungspraktikum mag es auch mal eine verspätete Eingabe leiden, für externe Praktika musst du aber unbedingt die Einreichzeiten einhalten. Im dümmsten Fall absolvierst du brav ein mehrwöchiges Praktikum, das nicht anerkannt wird.

Wenn dir noch maximal 9 ECTS-Punkte aus dem Haupt- und/oder Nebenfachprogramm für den Bachelorabschluss fehlen, kannst du bereits ein vorgezogenes Praktikum machen. Diese Möglichkeit solltest du nutzen und bereits in den Semesterferien vor dem Beginn deines Masterstudiums ein Praktikum absolvieren.

Achtung: Wenn du noch nicht im Masterstudium bist, musst du ein anderes Antragsformular ausfüllen. Achte darauf, das richtige Formular einzureichen.

Praktikumsbereicht und Praktikumszeugnis solltest du natürlich auch nicht vergessen einzureichen.

Das Gerücht ist leider wahr: Für ein klinisches Praktikum muss man sich 1 – 2 Jahre im Voraus bewerben

Alle drei Auskunftsgeberinnern haben es bestätigt: Die Wartezeit für klinische Praktika dauert durchschnittlich 1.5 Jahre und variieren zwischen 1 bis 2 Jahre. Wenn du dein Praktikum in einer Klinik absolvieren möchtest, musst du dich also frühzeitig – sprich bereits im Bachelorstudiumdarum kümmern.

Tipp: Eine Kollegin empfahl, sich wenn möglich für ein Praktikum während der Vorlesungszeit im Semester zu bewerben. Offenbar erhalten die Kliniken nämlich haufenweise Bewerbungen für die Semesterferien erhalten und würden so eine Kandidatin dann vorziehen. Es kann sich also lohnen, ein zusätzliches Semester anzuhängen und das Praktikum neben minimalen universitären Veranstaltungen zu absolvieren.

Wann macht es zeitlich Sinn, ein Praktikum zu machen?

Ein sehr guter Zeitpunkt für das Praktikum sind die Semesterferien bevor du dein Masterstudium beginnst. Dann hast du keine Verpflichtungen und kannst dich voll und ganz auf das Praktikum konzentrieren. Auch die Semesterferien vom 1. aufs 2. Semester eigenen sich noch gut für ein Praktikum. Mit dem Masterstudium kommt viel Arbeit auf dich zu:

  1. Semester: Viele theoretische Fächer, Masterarbeitsbetreuerin oder – betreuer suchen.
  2. Semester: Viele theoretische Fächer, Vorbereitung der Masterarbeitsstudie
  3. Semester: Durchführung der Studie, schreiben der Masterarbeit
  4. Semester: Fertigstellen der Masterarbeit, mündliche Schwerpunktsprüfung

Hinzu kommen aufwändige Statistik- und Praktische Interventions-Module. Wann der beste Zeitpunkt für dein Praktikum während des Masterstudiums ist, hängt nun von vielen Faktoren ab.

Musst du neben dem Studium arbeiten? Hast du noch weitere Verpflichtungen (Kinder o.ä.)? Die Ansprüche von Arbeit, Studium und Praktikum sind möglicherweise zu viel, es bieten sich eher die Semesterferien oder ein zusätzliches Semester an.

Verdienst du dir in den Semesterferien was dazu? Entweder suchst du dir ein ausreichend bezahltes Praktikum, ein Forschungspraktikum das du mit wenigen Prozenten während des Semesters machen kannst oder hängst ein zusätzliches Semester an.

Wie ist dein Erholungsbedürfnis? Ich habe mir ziemlich viel aufgehalst, als ich mein Masterstudium trotz 40% Stelle und Präsidium des FAPS in den zwei Jahren Regelzeit gemacht habe. Mit einem Teilzeit-Forschungspraktikum in den Sommerferien kriegte ich das hin, aber auf die dringend nötige Erholung zu verzichten war nicht meine schlaueste Entscheidung. Jeder hat natürlich andere Leistungsgrenzen, aber bisher bin ich noch niemandem begegnet, der den Masterabschluss mit der Abgabe der Arbeit locker nehmen konnte. Statt in ein Burnout zu rennen, ist vielleicht ein Zusatzsemester die bessere Entscheidung. Wird öfters gemacht als man denkt.

In welchem Umfang ist das Praktikum? Es ist klar, dass ein 100% Praktikum während der Vorlesungszeit nur schon wegen der Anwesenheitspflicht (die es rechtlich nicht gibt, jaja) nicht wirklich funktioniert. Eine Kollegin machte ein 60%-Praktikum an einer Klinik, das in die erste Semesterwoche reinreichte. Sie konnte trotzdem ihre Seminare besuchen, indem sie Frei-Tage einlöste. Kläre unbedingt bei der Bewerbung ab, ob du bei solchen Praktika allenfalls jeden Tag eine Stunde länger arbeiten darfst, um mit der Überzeit deine Pflichtveranstaltungen zu besuchen zu können.

Wo stehst du in deiner Masterarbeit? Falls du in den Semesterferien zwischen deinem 3. und 4. Semester Datenerhebung für deine Studie hast, kannst du in dieser Zeit sicher schlecht ein Praktikum machen. Die Fertigstellung der Masterarbeit ist wie erwähnt sehr anstrengend. Versuch wenn möglich, die Praktikumszeit in der ersten Hälfte des Masterstudiums zu erledigen, oder hänge ein Zusatzsemester an.

Mache dir deine Ziele klar und wähle ein passendes Praktikum

Bevor du dich auf die Suche nach einem Praktikum begibst, solltest du dir kurz überlegen, was du durch das Praktikum erreichen willst. Möchtest du einen Einblick in ein Tätigkeitsfeld erhalten? Willst du über die konkreten Arbeiten in einem bestimmten Beruf mehr erfahren? Interessiert dich ein Einblick in ein Doktorat? Möchtest du Kontakte zu möglichen Arbeitgebern knüpfen? Bist du unsicher, ob dir die Arbeit mit psychisch kranken Menschen, mit Kindern oder alten Menschen überhaupt liegt? Möchtest du deine Präsentationsfähigkeiten weiter ausbauen? Gefällt es dir, andere Studierende zu unterrichten? Oder willst du das Praktikum einfach so schnell und schmerzlos wie möglich hinter dich bringen?

Je nach Ziel bieten sich andere Praktika an:

  • Einblick in Arbeitsfelder und Tätigkeiten: Praktikum in Klinik, Forschung, Wirtschaft
  • Spass am Unterrichten: IPS, PGK
  • Einblick ins Doktorat: Forschungspraktikum
  • Einfach die Zeit so schnell und schmerzlos wie möglich hinter sich bringen: Forschungspraktikum

Wieviel verdient man in einem Praktikum?

Praktika an Kliniken: Unterschiedlich, 1000.- Fr. bis 1500.- Fr. scheinen so der normale Bereich zu sein.

PGK: Unbezahlt.

Forschungspraktika: Unbezahlt. (Zumindest soweit ich weiss.)

IPS: Unbezahlt (man kann es allerdings auch als bezahltes Tutorat machen, dann wird es aber nicht als Praktikum angerechnet).

Wie man ein Praktikum findet und weitere Tipps

Praktika an Kliniken

Informiere dich auf den Websites der Kliniken und kontaktiere sie dann direkt. Die Nachfrage ist so gross, dass Praktikumsstellen in der Regel gar nicht ausgeschrieben werden.

Tipp: Eine Kollegin empfahl, vor dem Bewerbungsgespräch die Website der Klinik genau zu studieren. Finde die drei, vier wichtigsten Fachbegriff des klinischen Feldes heraus und lass die im Gespräch mal fallen.

Wenn du gute Arbeit leistest, gibt es oft die Möglichkeit, ein Praktikum noch zu verlängern.

Wer nach dem Studium stellenlos ist, Berufserfahrung sammeln muss und Mühe hat, ein klinisches Praktikum zu finden, kann sich von seiner RAV-Beraterin/Berater an den BNF überweisen lassen. Das ist eine schweizweit tätige Organisation zur Förderung der Arbeitsmarktfähigkeit von hoch qualifizierten Stellensuchenden jeglichen Alters. Der BNF vermittelt Projektarbeiten (=Praktika) im Umfang von 3 bis 6 Monaten. (Zu meiner Schande habe ich übrigens nicht herausgefunden, wofür BNF steht. Spekulationen gerne in den Kommentaren :-))

PGK und IPS

Die Stellen werden bei zu wenig Bewerbungen auf der Mailingliste vom FAPS ausgeschrieben. Ich empfehle, bewirb dich unabhängig von der Ausschreibung bereits bei den für die Veranstaltungen zuständigen Lehrstühlen. Die Informationen und Ausschreibungen für PGK und IPS sind hier zu finden: http://www.psychologie.uzh.ch/studium/master/studium/praktikum/praktikumsboerse.html

Tipp: Geh die Bewerbung für diese Praktika genauso an, als würdest du dich ausserhalb der Uni bewerben. Also perfekte digitale Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben und Lebenslauf) schicken und die Ansprechpersonen siezen, falls du bisher nicht mit denen zu tun hattest. Ich hab mich mal für ein Praktikum beworben und die Verantwortlichen geduzt, weil wir die Dozierenden in meinen Seminaren immer duzen durften. Die haben mir dann siezend zurückgeschrieben…

Forschungspraktika

Ich weiss nicht mal, ob diese Praktika überhaupt ausgeschrieben werden. Ich habe meinen Bachelorarbeitsbetreuer angesprochen. Falls dir ein Seminarthema gut gefällt, kannst du den Dozierenden nach einem Forschungspraktikum in diesem Bereich fragen. Die Mitarbeitenden des psychologischen Instituts sind sehr hilfsbereit, wenn sie selbst nichts haben, können sie dir meist andere Ansprechpersonen nennen.

Allgemeine Anlaufstellen für die Suche nach Praktika

Einige konkretere Beispiele

Ich werde in den folgenden Beispielen keine konkreten Namen nennen und eher allgemein von den Praktika berichten. Die Beschreibungen werden hoffentlich trotzdem einen Eindruck von den Aufgaben sowie Vor- und Nachteilen verschaffen.

Praktika an Kliniken

Meine zwei Kolleginnen berichteten mir von Praktika in sehr unterschiedlichen Institutionen. Genannt wurden eine Psychose-Station, eine Klinik mit Schwerpunkt Depression und Essstörungen sowie eine Kinderabteilung mit Patientinnen und Patienten im Alter von 4 bis 12 Jahren.

Die Aufgaben waren sehr unterschiedlich. Vorneweg: Kaffeekochen musste keine meiner Kolleginnen. Die Kliniken sind wirklich daran interessiert, dass die Psychologiestudierenden Erfahrungen sammeln können und versuchen vielfältige Aufgaben zu ermöglichen. Krankengeschichten lesen, an Einzel- und Gruppentherapiestunden teilnehmen, Co-Leitung von Gruppentherapiestunden, ausführlich vorbesprochene Einzelstunden abhalten, Aktivierung der Patienten durch Spaziergänge, Psychoedukation, der Besuch von Vorträgen, Teilnahme an Tagungen, Anwesenheit bei Supervisionen der PGs mit Analyse von Fallbeispielen, Erstellen von Fallbeispielvideos mit Patienten, Austrittberichte schreiben, Patient und Therapeut begleiten zur Besichtigung einer betreuten Wohngruppe, Mittagessensbegleitung von Magersüchtigen, Diagnostik (z. B. Demenzen), Rückmeldung von Diagnoseergebnissen an die Patienten und Elterngespräche waren Tätigkeiten, die genannt wurden.

Grundsätzlich ist es von Vorteil, sich selbst aktiv einzubringen. Stell Fragen, bitte darum, andere Abteilungen besuchen zu dürfen und tausche dich unbedingt ausgiebig mit dem Pflegepersonal aus. In Akutabteilungen sind die Patienten meist nicht in der Verfassung für Therapien, die Pflegerinnen und Pfleger betreuen die Patienten deshalb rund um die Uhr. Von ihrer Erfahrung kann man enorm für den Umgang mit den psychisch Kranken lernen. Nicht unterschätzen sollte man, dass einem die Geschichten der Patientinnen und Patienten nahe gehen können. Hier muss man sich klar abgrenzen und einen guten Umgang mit diesen schweren Schicksalen finden.

Eine Kollegin betonte noch, dass die Praktikumserfahrung ihren Blick auf die Inhalte der Seminare verändert hat. Sie suchte und sah viel öfters die Relevanz für die Praxis.

PGK

Für das PGK entwickelte ich mit zwei Kolleginnen ein zweitägiges Training zu den Themen „Erfolgreiche Zusammenarbeit im Team“ und „Selbstmanagement“. Für die Vorbereitung der Trainings mussten wir sehr viel Literatur lesen. Dann entwickelten wir gemeinsam ein Grobkonzept und stellten dieses unseren Betreuerinnen vor. Nach der Ausarbeitung des Feinkonzepts durften wir Einzelteile mit den anderen Trainerteams testen und führten dann das Training an sechs Samstagen von Anfang November bis Mitte Dezember selbständig durch.

Zu einem Doktorat gehört in der Regel auch Lehrtätigkeit, deshalb wollte ich dieses Praktikum unbedingt machen. Zu meinem Glück traf ich beim Informationsanlass zwei Kolleginnen, die ich bereits kannte und schätzte. Wir lagen auf der gleichen Wellenlänge und konnten uns auch schnell auf unsere Wunschthemen einigen. Die Trainings waren sehr spannend und die Studierenden aufgeschlossen und nett. Meine Kolleginnen sind beide Lehrerinnen, weshalb ich sehr von deren Erfahrung profitieren konnte. Das gab mir auch Sicherheit für das erste Training, vor dem ich sehr aufgeregt war. Durch dieses Praktikum verlor ich meine Präsentationsangst fast vollständig.

Die Arbeit im Dreierteam ist eine interessante Herausforderung und bietet den Vorteil, dass man die Aufgaben nach Stärken verteilen kann. Während ich mich um den Mailverkehr mit den Studierenden kümmerte, organisierten meine Kolleginnen zum Beispiel die Snacks für die Trainings. Es ist aber auch anspruchsvoll, sich zu dritt abzusprechen und auf die verschiedenen Arbeitsstile einzulassen. Meine eine Kollegin erledigt Aufgaben meist sofort, ich schiebe sie gerne bis kurz vor die Deadline auf. Wir mussten uns einander gezwungenermassen in der Mitte annähern und waren dadurch etwas gestresst. Die sechs vollgepackten Samstage während dem Semester sollten nicht unterschätzt werden, sie finden ja neben den eigenen Lehrveranstaltungen statt. Alles in allem hat mir das Praktikum aber super gefallen. Die eine Praktikumsbetreuerin erklärte sich später bereit, meine Masterarbeit zu betreuen und mit der anderen treffe ich mich heute noch ab und zu zum Mittagessen. Wer es mag, Studierenden beim Bewältigen des Studiums zu helfen, gerne in einem kleinen Team arbeitet und es liebt vor Leuten zu sprechen, sollte sich unbedingt für das PGK bewerben.

IPS

Das IPS kenne ich wie erwähnt nur vom Hören-Sagen. Es unterscheidet sich vom PGK darin, dass die Inhalte sehr stark vorgegeben sind und man die Inhalte alleine vor der Kasse präsentiert. Die Seminare finden während dem Semester jeden Freitag statt, ebenfalls muss man jede Woche eine Supervisionssitzung mit allen anderen IPS-Praktikanten und –Tutoren besuchen.

Ich habe ein Tutorat in Sozialpsychologie I gegeben und dafür auch alleine vor einer 20-köpfigen Gruppe gestanden. Darum kann ich sagen: Wer es mag, Studierenden beim Bewältigen des Studiums zu helfen, gerne alleine aber nach vorgegebenen Strukturen arbeitet und es liebt vor Leuten zu sprechen, sollte sich unbedingt für das IPS bewerben.

Forschungspraktikum

Mein zweites Praktikum war ein Forschungspraktikum, das ich mit einem 50%-Pensum in 8 Wochen während den Sommersemesterferien absolviert habe. Ich hatte dafür meinen Bachelorarbeitsbetreuer angesprochen und ihm gesagt, ich würde gerne einen „Realistic Job Preview“ auf ein Doktorat erhalten. Er gab mir die Möglichkeit, selbständig die Daten einer Onlinestudie aufzubereiten und mit seiner Unterstützung erste Auswertungen mit Hilfe von ANOVAS, ANCOVAS und Co. zu machen.

Dieses Praktikum stellte sich als unglaublich hilfreich für meine Masterarbeit heraus. Zum einen bekam ich Routine darin, auf verschiedenste Arten Variablen zu bilden, Gruppen zu definieren, ein- und auszuschliessen oder gar zu löschen. Eine Doktorandin nahm sich eine Stunde Zeit und verriet mir nicht nur diverse tolle Tricks für SPSS, sie überliess mir auch Codeschnipsel, die ich für die Onlinestudie anpasste und später für meine Masterarbeit wieder verwenden konnte. Dieses Praktikum war ein wichtiger Schritt für mich, endlich den festen Knopf in Statistik aufzumachen, der mich seit dem Beginn des Studiums verfolgte.

Die Betreuerinnen und Betreuer versuchen, den Praktikantinnen und Praktikanten auch etwas zu bieten. Es kann aber durchaus sein, dass du in einem Forschungspraktikum 80% der Zeit Fragebogen korrigieren oder Literatur in eine Literatursoftware einpflegen musst. Falls du herausfinden möchtest, ob ein Doktorat eine Option für dich ist, sag das bei der Bewerbung klar. Die Mitarbeitenden sind an Nachwuchs interessiert und werden dir gerne bei der Entscheidung für ein Doktorat behilflich sein.

Der Vorteil der Forschungspraktika ist, dass sie in der Regel im psychologischen Institut in Oerlikon stattfinden und zeitlich flexibel gestaltet werden können. Sehr spannend ist auch der Einblick in den Betrieb eines Lehrstuhls und das jeweilige Team.

 

So, das war sicher der bisher längste Artikel, und ich habe noch nicht mal alle Schwerpunkte abgedeckt. Es war mir ein Anliegen, dir hilfreiche Informationen zu liefern, ich hoffe, das ist mir gelungen. Viel Erfolg für dein Praktikum!

 

Welche Erfahrungen hast du mit deinem Praktikum gemacht? Hast du Fragen? Hast du Anregungen für weitere Artikel? Nutze einfach das Kommentarfeld oder schreibe mir eine Mail.

 

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