Notfallplan für Prüfungsvorbereitungsausraster

Vielleicht kennst du das: Vor dir türmen sich die Stapel mit dem zu lernenden Stoff auf. Du sitzt schon seit Stunden am Tisch, schon seit Tagen, seit Wochen. Nichts will mehr in deinen Kopf rein. Der Teil mit dem ungelernten Stoff wird nicht kleiner. Die Prüfung rückt unerbittlich näher. Plötzlich überwältigt dich die Verzweiflung. Wie sollst du das nur schaffen?

Da sind noch 400 andere Studierende an der Prüfung, wieso sollst ausgerechnet du sie bestehen? Du hättest schon viel früher mit Lernen beginnen sollen! Und warum hast du keine Zusammenfassungen geschrieben, das wäre doch ein Leichtes gewesen, nach jeder Vorlesung zwei Stunden hinzusitzen, soviel ist das doch nicht. Und wenn du dich mit der Lerngruppe triffst wissen die anderen immer alle Antworten der alten Prüfungen und du kannst dich nicht mal erinnern, je was über diese Frage gelesen zu haben. Und überhaupt, das mit diesen Forschungsdesigns/Hirnarealen/Schnitten/Hormonkreislauf kannst du dir eh nicht mehr rechtzeitig bis zur Prüfung merken! Du wirst das niemals hinkriegen!

Okay. Tief Luft holen. Es besteht noch Hoffnung.

Notfallplan für Prüfungsvorbereitungsausraster

Solche Ausraster kennt sicher jeder Studierende. Die kommen bei der Vorbereitung auf Prüfungen ebenso vor wie beim Schreiben von schriftlichen Arbeiten. Überwältigt von den negativen Stimmen in unserem Kopf geraten wir in Panik. Schlafprobleme, Nervenzusammenbrüche, Heulanfälle sind die Folge. Wir glauben selbst nicht mehr, dass wir es schaffen und verlieren den Mut.

Hier einige Vorschläge, was du in dieser Situation tun kannst.

Geh an die frische Luft

Gefangen im negativen Gedankenkarussell schaltet dein Körper in den „Kampf oder Flucht“-Modus. Beweg dich, um die Stresshormone abzubauen. Ob du kurz spazieren gehst, ein paar Hampelmänner oder Seilspringen machst, Hauptsache du kommst von diesem Tisch weg. Löse deinen Körper aus der Situation, der Geist wird folgen.

Rede mit einer Vertrauensperson

In so einer Situation kann es auch gut tun, eine Vertrauensperson (beste Freundin/Freund, Eltern, Geschwister) anzurufen. Frage deine Gesprächspartnerin oder deinen Gesprächspartner am besten vorher, ob du sie oder ihn im Notfall anrufen darfst. Instruiere die Person auch, deinen Katastrophengedanken auf jeden Fall beizupflichten. Eine normale menschliche Reaktion ist es, jemanden in dieser Situation beruhigen zu wollen. Leider ist das keine sehr effektive Strategie. Pflichtet dir aber deine Vertrauensperson bei, dass du es tatsächlich sehr schwer hast und es wirklich kaum zu schaffen ist, all diesen Stoff zu lernen, wird sich in dir automatisch ein Widerstand bilden. Du kannst plötzlich wieder klarer sehen, dass du den scheinbar unüberwindlichen Berg durchaus Schrittweise angehen kannst. Mit diesem einfachen Kniff macht dich dein Gegenüber wieder handlungsfähig.

Positive Affirmation

Wenn nur noch wenig Zeit bleibt bis zur Prüfung, verfallen viele Menschen in eine Schockstarre. Durch den subjektiv enormen Druck sind sie blockiert und können kaum noch lernen. In dieser Situation ist es sehr wichtig, die Hoffnung zu bewahren und an die eigene Kompetenz zu glauben. Der wichtigste Satz muss deshalb sein:

„Jede Minute, die ich lerne, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ich die Prüfung bestehe.“

Auch wenn der innere Widerstand gross ist und die Aussicht auf Erfolg klein zu sein scheint, lohnt es sich dennoch, an die Prüfung zu gehen. Tue, was du noch kannst. Analysiere alte Prüfungen, versuche herauszufinden, worauf die Dozierenden den Schwerpunkt legen, und konzentriere dich auf diese. Plane deine letzten Wochen sorgfältig durch. Behalte dein Mut und glaube an deine Kompetenz. Du kannst das!

Youtube Bonus

Letzte Woche habe ich ja bereits über die Vorzüge von Youtube-Clips geschrieben. Dr. Ivan Joseph hält einen wunderbaren Vortrag über das Selbstvertrauen und wie man es aufbaut. Seine positive Affirmation ist: „Ich bin der Kapitän meines Schiffes und der Herr über mein Schicksal“. Es gibt keinen Grund, sich von anderen oder den eigenen fiesen Stimmen im Kopf fertig machen zu lassen. Übung – auch lernen muss man üben – bringt uns weiter. Minute um Minute.


 

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