Lernkanäle 2.0: Youtube ist dein Freund

Youtube gilt gemeinhin als Feinde des Lernens . Tatsächlich kann es aber nicht nur wunderbar vom Lernen ablenken, sondern dieses durchaus unterstützen. Man muss nur die richtigen Clips ansehen.

Lernkanäle 1.0

Von den Lernkanälen und deren typischen Anwendungen hast du sicher auch schon gehört:

  • Visuell – sehen: Lesen von Folien, Büchern, studieren von Grafiken.
  • Auditiv – hören: Zuhören der Erklärungen von Dozierenden oder Mitstudierenden.
  • Kinästhetisch – bewegen: Notizen machen, markieren, Zusammenfassungen schreiben.
  • Verbal – sprechen: Anderen das Gelernte erklären, wiederholen.

Allgemein gilt, je mehr Sinne/Kanäle beim Lernen angesprochen werden, desto besser bleibt das Gelernte im Gedächnis. In dieser Lerntheorie ist die Annahme impliziert (also enthalten, aber nicht ausdrücklich genannt), dass wir uns aktiv mit dem Lernstoff auseinandersetzen und somit selbständig verschiedene Lernkanäle nutzen. Doch wer hat schon die Zeit dafür, wenn über 2000 Folien darauf warten, auswendig gelernt zu werden?

Der Fall Biopsychologie II 1.0

Nachdem ich beim ersten Versuch durch die Modulprüfung II gefallen war, analysierte ich für das nächste Mal sorgfältig die Biopsychologie II-Fragen in alten Assessment-Prüfungen. Dabei fiel mir auf, dass beispielsweise der Kreislauf der HypothalamusHypophysen-Gonaden-Achse sehr genau gelernt werden muss. In den Folien war eine hübsche Darstellung mit einer menschlichen Silhouette und den verschiedenen Organen, die ich beim ersten Mal nur überfolgen hatte. Nun schrieb ich einzelnen Stationen raus und markierte, welches Hormon wo zu- oder abnahm, etwas aktivierte oder hemmte. (Heute würde ich übrigens einfach ein entsprechendes Schema googlen und dann ergänzen. :-)) Das Auswendiglernen ist mir nicht ganz leicht gefallen, ich brachte immer wieder die Reihenfolge durcheinander. Auch die unterschiedlichen weissen Blutkörperchen und deren Aufgaben waren eine echte Knacknuss. Per Zufall entdeckte ich für letzteres eine neue Lernquelle.

Biopsychologie II lernen 2.0

Eines meiner Hobbys ist Serien schauen. Und im Fall von Biopsychologie II hat mir eine Serie beim Lernen geholfen, die ich bereits aus meiner Kindheit kannte. „Es war einmal… das Leben“ erzählt die Geschichte einer Gruppe von roten Blutkörperchen, die durch den Körper wandern und dabei die Funktionen von Hormon-, Blut-, Immun- und anderen Körper-Systemen kennenlernen. Die Comicfiguren sind uralt, die Serie entstand 1986. Aber die Informationen sind korrekt und so einfach erklärt, dass sie sich jedes Kind merken kann. Erst recht eine Psychologiestudentin oder ein Psychologiestudent. Auf Youtube sind diverse vollständige Folgen der Serie verfügbar:

Youtube als nicht so geheimer Geheimtipp

Youtube bietet aber noch viel mehr. Man findet Clips zu sozialpsychologischen Studien wie dem berühmten Milgram Elektroschock-Experiment. Oder Video-Tutorials zu diversen Analysen mit SPSS, R, AMOS und anderen Statistikprogrammen.  Tipps um bessere Vorträge zu halten. Tricks gegen Prüfungsangst. Die Qualität ist natürlich so vielfältig wie das Angebot, aber meist findet sich schnell ein Tutorial oder ein informativer Clip zu einem Thema. Obwohl das Angebot in Deutsch ganz gut ist, sind vor allem bei Statistikclips Englischkenntnisse von Vorteil.

Fazit

Youtube ist eine gute Möglichkeit, den Stoff noch weiter zu vertiefen. Wenn es dir schwerfällt, die Informationen für ein bestimmtes Thema zu behalten, such auf Youtube nach zum Thema passenden Clips und sieh sie dir an. Oder such in einer Pause zum Lernthema passende Clips.

Ach und übrigens: Katzenvideos ansehen ist durchaus gut fürs Lernen 😉 (NZZ Campus, 30.04.2014)


Hast du auch schon Youtube genutzt, um fürs Studium Informationen zu recherchieren? Hast du Fragen? Hast du Anregungen für weitere Artikel? Nutze einfach das Kommentarfeld oder schreibe mir eine Mail.  

 

 

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