Lernen: Warum du nicht auf TV und Internet verzichten musst, sondern nur etwas darauf warten

Manchmal sind es kleine Dinge, die uns das Lernen vereinfachen oder erschweren. Zwei kleine Anpassungen der Morgenroutine verbesserten mein Lernen enorm: Früher aufstehen und bis zur zweiten Lernpause auf TV und Internet verzichten.

Der frühe Vogel lernt vielleicht mehr: Tagesleistungskurve

Das Studierendenleben ist schon lange nicht mehr so easypeasy, wie sich das hartnäckig in den Köpfen der Bevölkerung hält. Das Semester ist in rund 15 Wochen gepackt, in denen Veranstaltungen besucht, Prüfungsvorbereitung gemacht und schriftliche Arbeiten verfasst werden müssen, ausserdem arbeiten die meisten Studierenden nebenbei. Ein unbestrittener Vorteil des Studiums ist sicher die Möglichkeit einer einigermassen freien Zeiteinteilung. Theoretisch könntest du, vorausgesetzt am Vormittag finden keine Lehrveranstaltungen statt, erst am Mittag das Bett verlassen. Die meisten Menschen haben jedoch eine Tagesleistungskurve, die am Vormittag ihren Höhepunkt erreicht. Ist es nicht dumm, diese wertvolle Zeit ungenutzt verstreichen zu lassen?

Warum ich täglich um 7:15 Uhr aufstehe

Ich bin alles andere als eine Frühaufsteherin. Anfangs kroch ich daher erst so gegen 9:00 Uhr aus dem Bett. Und war oft den ganzen Tag müde. Irgendwann entdeckte ich, dass meine Wolhfühl-Aufstehzeit 7:15 Uhr ist und mein erstes Leistungshoch zwischen 8:00 und 13:00 Uhr liegt. Während meiner Assessmentjahre stand ich deshab täglich um 7:15 Uhr auf und sass ab 8:00 Uhr lernend am Tisch. In 45 Minuten-Einheiten mit 15 Minuten-Pausen dazwischen konnte ich dann bis 12:45 Uhr konzentriert lernen. Am Nachmittag ist meine Konzentrationsfähigkeit nicht mehr die beste, deshalb kümmerte ich mich dann um die Aufträge meiner Kunden, erledigte den Haushalt oder entspannte mich. Um 21:00 Uhr setzte ich mich nochmal hin und schrieb Zusammenfassungen oder las Plichtliteratur. Dieser Rhythmus hat sich für mich sehr bewährt, ich fühlte mich auch deutlich fitter tagsüber.

Die eigene Wohlfühl-Aufstehzeit finden

Seit ich mich mit Lern- und Selbstmanagementstrategien befasse, nehme ich folgende Haltung ein: Auch wenn eine Methode etwas absurd tönt, ich probiere alles mal aus. Dazu möchte ich dich ermunter. Stehe doch einige Tage um 9:00 Uhr auf und lerne, dann stehe einige Tage um 8:00 Uhr auf, schliesslich um 7:00 Uhr. Dokumentiere jeden Abend, wie effizient du das Lernen des aktuellen Tages einschätzt. Das schwankt natürlich ein wenig, aber du wirst schon sehr schnell  Schwarz auf Weiss sehen, an welchen Tagen du besser gelernt hast.

Warum haben TV und Internet Risiken und Nebenwirkungen?

Ich esse normalerweise mein Frühstück auf dem Sofa, während ich noch ein wenig durch das lausige Fernsehprogramm zappe oder mir einen Teil einer Serie ansehe. Schnell merkte ich aber, dass morgendliches fernsehen es mir unendlich schwerer machte, mit dem Lernen zu beginnen. Das gleiche galt fürs Surfen im Internet. Ich gebe zu, es war nicht immer einfach, der Versuchung zu widerstehen. Aber nur zu oft wurde aus dem „nur schnell die neuesten Updates auf Facebook checken“ oder „nur kurz eine Folge „Burn Notice“ gucken“ ein lernfreier Tag. Einmal im Ablenkungsmodus, konnte ich mich nicht mehr für die langweilige und mühsame Tätigkeit des Lernens motivieren.

Nutze TV und Internet als Lernunterstützung

Ich bin die letzte, die den TV in den Keller stellen und den Internetanschluss kündigen würde. Deshalb würde ich das auch nie jemand raten. Stattdessen schlage ich vor, TV und Internet als Lernunterstützer zu nutzen. Statt dir den Lernanfang mit fernsehen und internetsurfen schwerer zu machen, kannst du dich mit diesen Tätigkeiten nach einer Lerneinheit belohnen. Wenn du merkst, dass dir anschliessend das Weiterlernen Mühe macht, schiebe diese starke Belohnung noch etwas raus und belohne dich vorher mit anderen Sachen.

Fazit

Zwei kleine Anpassungen der  Morgenroutine erleichtern und verbessern dein Lernen enorm:

  1. Zeitig aufstehen: Finde deine eigene Wohlfühl-Aufstehzeit. Verschwendet nicht das  Tagesleistungshoch am Vormittag, indem du erst am Mittag aus dem Bett kriechst.
  2. Stricktes TV- und Internet-Verbot bevor du zu lernen beginnst. Fernsehen und im Internet surfen ist so viel einfacher und angenehmer, als hin zu sitzen und zu lernen. Einmal mit den Ablenkungen angefangen, ist es deshalb anschliessend unendlich schwer, sich an den mühsamen Psychologiestoff zu setzen. Nutze TV und Internet stattdessen zur Selbstbelohnung.

 


Hast du die  Methode ausprobiert und findest sie hilfreich? Fällt dir eine weitere Variante ein? Hast du einen Themenwunsch für dieses Blog? Ich freue mich über jeden Kommentar.

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